Holzwerken --> Schr��nkchen mit Schiebet��ren (einfach)

Das Schränkchen soll ca. 1000mm hoch und 1200mm breit sein. Aus Kostengründen wird Fichte-Leimholz verwendet. Es sollen keine üblichen Türen mit normalen Bändern eingebaut werden, sondern es sollen Schiebetüren zum Einsatz kommen. Die Schiebetüren werden als Rahmenkonstruktion ausgeführt. Im Rahmen wird Plexiglas als Glasersatz eingesetzt. Der Schiebetürmechanismus wird einfach ausfallen. Die Türen laufen in einer Kunststoffschiene. Im Rahmen der Türen werden unten Hartholzleisten (Buche) eingenutet.

Zuerst werden die Rahmen gefertigt. Die Rahmen werden mit Runddübel verleimt.

Die Rahmen haben eine Breite von 70mm. Nachdem genügend Rahmenleisten an der Tischsäge zugeschnitten sind, müssen diese entsprechend der vorgegebenen Maße abgelängt werden. Dies erfolgt ebenfalls an der Tischkreissäge! Hierzu musste ich aber eine Verlängerung herstellen. Der originäre Queranschlag ist zu kurz (wie man im Bild deutlich erkennen kann).

Nachdem die Rahmen zugeschnitten und entsprechend abgelängt sind, werden die Dübellächer gebohrt. Und danach probeweise zusammengesteckt, ob alles gut passt.

Einen kleinen Fehler hab ich allerdings gemacht: Die Längsfriese lässt man eigentlich etwas länger. Nach dem Verleimen kann dann sauber auf Länge zugeschnitten werden.
Ich hab leider nicht dran gedacht! Ist aber in diesem Fall nicht schlimm. Unten wird ja noch eine Nut eingefräst, in die eine Hartholzleiste eingeleimt wird. Diese Hartholzleiste läuft später in einer Kunststoffschiene. Mit Hilfe der Hartholzleiste (hier Buche) kann die genaue Länge der Türe noch exakt eingerichtet werden.
Die Rahmenleisten werden mit der Tischfräse an allen vier Vorderseiten mit einem Fasefräser gefast.
Alle vier Rahmenteile werden nochmal lose zusammengelegt, um zu überprüfen, ob alles in Ordnung ist!

Zwischen den Rahmen wird 3mm starkes Plexiglas verarbeitet. Hierzu muss vorher eine Falz eingefräst werden. Das mache ich mit einem Falzfräser und Anlaufring. Die Tiefe ist 10mm und Fräsbreite ist 9,5mm (vorgegeben vom Anlaufring).

Nach dem Fräsen der Falz müssen die Ecken noch begradigt werden. Hierzu benutze ich eine Vorrichtung in T-Form. Damit ist das Austechen der Ecken ein Kinderspiel!

Bevor das Plexiglas eingesetzt wird, müssen in den linken und rechten Rahmen noch Griffmuscheln eingefräst werden. Hierzu benutze ich die Schablone, die ich schon unter "Tipps und Tricks" vorgestellt habe! Die Griffmulde wird nur nicht durchgefräst. Sie bekommt eine Tiefe von 15mm. Der Rand der Griffmulde wird mit einem Fasefräser gefast (nach normaler Fräsrichtung ruhig auch mal mit der Fräserdrehrichtung fräsen. Das Ergebnis wird sauberer. Aber bitte zuerst mit normaler Fräsrichtung beginnen! - gegen die Drehrichtung des Fräsers).
In der Nut, die im Boden der Türenrahmen eingefräst werden, wird eine Buchenleiste von ca. 8mm eingeleimt. Damit die Buchenleiste auch genau passt (nicht zu stramm und nicht zu locker), wird diese an der Tischfräse abgerichtet. Das mache ich mit einer Vorrichtung nach einem Tipp von Johannes Pöhlmann (etwas modifiziert für meinen Frästisch).

Jetzt werden die Nuten in die Rahmen eingefäst.

Die abgerichtete Leiste wird dann in die Nut eingeleimt.

Ist der Leim trocken, wird die Höhe der Rahmen an das erforderliche Maß angepasst, indem die Buchenleiste entsprechend mit dem Hobel
gekürzt wird!

Jetzt werden die Rahmen geschliffen und eingeölt!
Ist das öl getrocknet, können die Plexiglasscheiben eingesetzt werden!
Die Plexiglasscheiben werden mit der Handkreissäge auf Maß zugeschnitten. Danach können sie in den Rahmen eingesetzt werden. Die Plexiglasscheiben werden mit dünnen Leisten und Nägel befestigt.
Der Überstand der Leisten wird, nach dem sie befestigt sind, mit dem Hobel bündig zum Rahmen gehobelt.
Fertig: ein mit Plexiglas verglaster Rahmen! Allerdings noch mit Schutzfolie

Jetzt gehts an den Korpus!
Zunächst werden die Seitenwände und die Bretter für den Kopf und Fußteil zugeschnitten. Anschließend werden im Fuß- bzw im Kopfbrett die Nuten für die Schiebetüren gefräst!

Im Kopfteil werden Nuten mit einer Breite von 19mm und einer Tiefe von 10mm gefräst. Diese Nuten habe ich mit meiner Metabo gefräst. Hierzu noch später ein Wort!

Im Fußteil werden 12mm breite Nuten und einer Tiefe von 6,5mm gefräst (diese habe ich mit der Festool OF 1010 gefräst). In diese Nuten werden Kunststoff-U-Profile eingeklebt. Ich habe diese mit Sekundenkleber von Titebond (Titebond® Sekundenkleber für Holz, Gel) eingeklebt. Dieser Kleber ist nicht flüssig, wie die meisten Sekundenkleber, sondern gelartig. Und daher auch für Holzverleimungen geeignet!

Einfräsen der 12mm Nut für
die Kunststoffschienen.
Damit die Oberfräse nicht
rechts abkippt, wird die
Abkippvorrichtung der OF 1010
auf dem Referenzholz geführt!
Das Referenzholz ist bei der OF von Metabo nicht nötig! Hier wird das Abkippen durch ein Distanzstück verhindert, das direkt an der OF-Sohle anmontiert ist. Außerdem ist die OF fest mit der Führungsschiene verbunden!
Die Kunststoffschienen werden eingeleimt!
Das überstehende Material wird mit einem Hobel bündig gehobelt!
Hier wird die 19mm Nut mit der Metabo-OF
eingefräst. Wie man sieht, ist kein Referenzholz nötig!
Mit dem fest montierten Distanzstück ist ein Fräsen
nah am Werkstückrand ohne Referenzholz
sehr gut möglich.
Die Seitenwände werden mit dem Kopfteil und dem Boden mit Runddübel verbunden.
Für die Rückwand werden im Kopfteil, Boden und den Seitenteilen eine Falz eingefräst. Damit mir die Fräse nicht während des Fräsens abkippt, habe ich rechts eine angepasste Leiste unter dem Parallalanschlag angebracht. Obwohl ich schon einige Erfahrung mit Oberfräsen habe, gelingt mir das Fräsen an Kanten nicht immer. Einmal kurz nicht aufgepasst und schon ist es passiert und eine unschöne Kante ziert dann das Werkstück! Damit das nicht passiert, geh ich lieber auf "Nummer Sicher" und stütze den Parallelanschlag auf einer angepassten Leiste ab. Die Löcher für die Bodenträger hab ich als Lochreihen ausgeführt. Diese habe ich mit einer Schablone nach Guido Henn in die Seitenwände mit einem 4mm Nutfräser gefräst. 4mm deshalb, weil ich noch 4mm-Bodenträger zur Verfügung habe. Außerdem haben die Einlegeböden keine großen Lasten zu tragen!
Das Zuschneiden der Füße:
Einrichten des kurzen Parallelanschlages
auf das erforderliche Maß.
Das Zuschneiden
Vor dem Anleimen der Füße wurden die Seitenwände, der Kopf und Boden bis 320 Korn geschliffen!
Der Korpus wird verleimt! Ganz klar: mir fehlen noch Korpuszwingen. Ich habe z.Zt. nur zwei! Oben habe ich sog. "Endloszwingen" und in der Mitte habe ich einen Spanngurt eingesetzt. Zum Verleimen musste ich auch von der Werkstatt in die Küche umziehen.
Die Rückwand aus 4mm Sperrholz wird eingepasst! Ich habe 2x 600mm breites Sperrholz verwendet! Deshalb musste ich zwei Stück davon einsetzen. Zum Stabilisieren habe ich in der Mitte einen Streifen aufgeleimt!
Zurück in der Werkstatt werden die Schiebetüren eingesetzt. Das Plexi hat noch die Schutzfolie. Die Türen lassen sich leicht schieben. Der Mechanismus funktioniert. Jetzt folgen noch kleine Schleifarbeiten. Zum Schluß wird der Korpus eingeölt.

Die Türrahmen sind ja schon eingeölt. Der Farbunterschied ist zu erkennen!

 
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